FLGÖ-Bundesfachtagung 28./29. Mai 2026 in Schruns: Ein neuer Spirit

Veröffentlichungsdatum09.06.2026Lesedauer3 MinutenKategorien, Burgenland Aktuelles, ...
FLGÖ-Bundesfachtagung 28./29.5.2026 in Schruns

Bei so einem großartigen Veranstalterteam aus Vorarlberg kann der Bundesobmann die Füße hochlagern und hat leicht lachen

„Ein neuer Spirit“. Mit diesen Worten beendete Martin Vergeiner, FLGÖ-Obmann Vorarlberg, die Bundesfachtagung 2026 am 29. Mai in Schruns. Als Obmann des FLGÖ-Dachverbandes beginne ich mit diesen Worten, weil sie nicht nur für diese äußerst gelungene Tagung im Montafon stimmen, sondern auch für den FLGÖ-Bundesvorstand. Gemeinsam bewegen wir einiges. Doch der Reihe nach:

 

Bei der Begrüßung durfte ich als FLGÖ-Bundesobmann über 100 Menschen begrüßen, darunter viele Kolleginnen und Kollegen, Referentinnen und Referenten sowie Ehrengäste und Sponsorvertreter.

 

Das Thema könnte aktueller nicht sein: „Gemeinde mit Zukunft – Zukunft der Gemeindeverwaltung“. Das Programm stellte diese Zukunft unter die Leitbegriffe stark, kompetent und zukunftssicher und widmete sich insbesondere der Frage, wie unsere Verwaltungen resilient bleiben und werden können.

 

Ein besonderer Dank durfte ich dem FLGÖ Landesverband Vorarlberg für die Organisation und die herzliche Gastfreundschaft im Montafon aussprechen. Ganz besonders an Landesobmann Martin Vergeiner und Slobodan Tegeltja, beide sind auf Bundesebene meine Stellvertreter.

 

Tagungsinhalt

Gleich zu Beginn gab es von der Moderatorin Kriemhild Büchel-Kapeller den Impuls „Stabil bleiben, wenn nichts stabil ist“ – ein Titel, der vermutlich vielen von uns aus dem Arbeitsalltag vertraut vorkommt. Danach folgte mit Andreas Falch die aktive Bodenpolitik als Resilienzfaktor. Auch das ist ein zentrales Thema: Wer Zukunft gestalten will, muss mit Grund und Boden vorausschauend umgehen. Er prägte für mich den besonderen Gedanken:

 

„Der Bestand ist das neue Bauland“

 

Am Nachmittag ging es weiter mit der Frage, was Politik und Verwaltung gemeinsam leisten müssen, damit resiliente Gemeinden entstehen. Diese Zusammenarbeit ist entscheidend. Resilienz ist keine Aufgabe einer einzelnen Abteilung, keiner einzelnen Funktion und auch keiner einzelnen Person. Sie entsteht dort, wo Politik und Verwaltung einander vertrauen, wo Rollen klar sind, wo Fachlichkeit geschätzt wird und wo man gemeinsam Verantwortung trägt. Ebenso wichtig ist der Programmpunkt zum Wissens- und Kompetenztransfer im Gemeindealltag. Gerade in Zeiten von Pensionierungswellen, Fachkräftemangel und wachsender Spezialisierung müssen wir Wissen sichern, weitergeben und nutzbar machen.

 

Ein weiterer Schwerpunkt war Gesellschaft und Soziales: die alternde Gesellschaft. Auch hier zeigt sich Resilienz ganz praktisch: Wie organisieren wir Betreuung, Zusammenhalt, Infrastruktur und Dienstleistungen so, dass unsere Gemeinden lebenswert bleiben – für alle Generationen? Und am zweiten Tag richtete sich der Blick dann auf die Zukunftstechnologien, etwa mit KI-Assistenz in der Verwaltung, auf interkommunale Zusammenarbeit beim Gemeindeverband Baurechtsverwaltung Vorderland und auf Recht und KI.

 

Uns allen wurde klar: Resilienz beginnt nicht erst in der Krise. 

Wenn wir heute über Resilienz sprechen, dann geht es nicht um ein Schlagwort. Es geht um die ganz konkrete Fähigkeit unserer Gemeinden, auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben. Wir alle erleben, wie sich Anforderungen verdichten: rechtliche Komplexität, Digitalisierung, Personalfragen, Klimawandel, demografische Veränderungen, finanzielle Spielräume, steigende Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger. Gemeinden sind die Ebene, auf der vieles unmittelbar ankommt. Und Gemeindeverwaltungen sind oft jene Stellen, die dafür sorgen, dass aus Herausforderungen trotzdem Lösungen werden. Das Programm dieser beiden Tage zeigte sehr schön, wie breit Resilienz verstanden werden muss.

 

Und alle diese Themen haben einen gemeinsamen Nenner: Eine zukunftssichere Gemeindeverwaltung braucht mehr als gute Abläufe. Sie braucht Menschen, die bereit sind, Neues zu lernen. Sie braucht Netzwerke, in denen man Erfahrungen teilt. Sie braucht Mut zur Kooperation. Und sie braucht Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, professionell, verlässlich und bürgernah zu arbeiten.

 

Als FLGÖ verstehen wir uns genau an dieser Schnittstelle: als Stimme der leitenden Gemeindebediensteten, als Plattform für Austausch, als Ort der Weiterbildung und als Partner für eine moderne kommunale Verwaltung. Diese Bundesfachtagung war daher mehr als eine Abfolge von Vorträgen. Sie war eine Einladung, voneinander zu lernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Antworten zu entwickeln: mit guten fachlichen Impulsen, offenen Diskussionen, wertvollen Begegnungen und vielleicht auch mit der einen oder anderen Idee, die wir mit in unsere Gemeinden nehmen konnten.


Fotogalerie: https://www.flgoe.at/system/web/fotogalerie.aspx?detailonr=226196131-3158&menuonr=225988651


Reinhard Haider, FLGÖ-Bundesobmann



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